HOMO clausus

Konzeptarbeit zu den selbst auferlegten Zwängen und Ihrer Herkunft in Plastik und Text

(in Arbeit)

 

[„HOMO clausus (lateinisch für „eingeschlossener, verschlossener Mensch“) ist ein in der Soziologie von Norbert Elias eingeführter Begriff und bezeichnet dort einen Menschen, der in seinem „Inneren“ von der „Außenwelt“ abgeschlossen ist. … Der verinnerlichte Fremdzwang, der überwiegend zum Selbstzwang geworden ist, wird als Begrenzung und Abgetrenntheit des Selbst erlebt, weil er das Individuum verstärkt daran hindert, seine spontanen Affekte auszuleben. Intime Gefühle und affektives Verhalten sind je nach Interdependenzgeflecht (auch Figuration) mehr oder weniger tabuisiert, in besonders formellen Beziehungen wie zum Beispiel am Arbeitsplatz dementsprechend häufiger als im Freundeskreis. ...“] Quelle: Wikipedia

["Mit dieser neuen Arbeit münden zahlreiche, alltägliche Beobachten in Modellobjekte und Texte. Die formal eher typografischen Layouts ähnelnden Collagen und textlastigen Plastiken bedienen sich einer noch stärker abstrahierenden Kompression als vorher angewandte Bildmittel. Angefangen beim „thematischen Konstruktivismus“ über die rein konstruktive Formensprache der zahlreichen Würfel zum „Wesen Mensch“ reduziert sich mein Bildmittel teilweise hin zum Wort oder die Form-Titel-Beziehung. Verwendet wird das Wort hier als stärkstes assoziatives Element, noch stärker als abstrahierte Formen und bedeutungstragende Objekte auf Materialbildern. Es bietet die einmalige Möglichkeit ohne jede bildliche Vorbestimmung meinerseits beim Betrachter durch den bildgebundenen Denkvorgang viele gleichzeitige Bilder sowie anhängende Wechselbeziehungen in genau seiner Sprache zu erzeugen. Somit besteht die Chance zu mehr Inhaltsvermittlung, Identifikation/Passgenauigkeit bzw. Universalität.

Die Konzeptarbeit „HOMO clausus“ trägt dabei den Anspruch die drei vorangegangenen Konzeptarbeiten „Der Mensch und sein System“, „Das Wesen Mensch“ und „Zwischenraum“ zusammenzufügen. Aus den bisher untersuchten Themenfelder: „Wie ist die Gesellschaft?“, „Wie ist der Mensch?“ und „In welchen Zwischenräumen bewegen wir uns?“ ergibt sich eine ungeheuer große Universalität und Komplexität, welche bisher natürlich nur reduziert und modellhaft betrachtet wurde. Um dem Anspruch des Themas und seinen Fragen gerecht zu werden, fasse ich ganze Lebensbereiche der Einfachheit und Verständlichkeit halber in Wörtern, teilweise auch über den Titel zusammen ohne kompliziert verschlüsselte Abstraktionen, wie z.B. den früheren Nagel im Handteller zu verwenden. In dieser Konzeptarbeit möchte ich in strukturierender Manier klären, WELCHE selbst auferlegten Zwänge uns im täglichen Leben umgeben und einschließen und WIE sie dies tun bzw. WOHER sie stammen. Es geht mir also diesmal um das Wirken eines "Wir kriegen uns alle", ein u.a. soziales Netz, welches durch uns selbst im Kreislauf widerum auf uns Einfluss nimmt. Hier soll wieder, gemäß meiner Arbeitsmethode bei den früheren Konzeptarbeiten, eine interdisziplinäre, radikal komprimierende Strukturentwicklung zu einem logischen, nachvollziehbaren (Denk-)Modell führen. Man könnte sagen, diese Konzeptarbeit ist eine Suche nach grundlegenden gesellschaftlichen Mechanismen, die durch den verinnerlichten Selbstzwang zur Selbstverständlichkeit und somit zu allmächtigen, unabänderlichen Zwangsmomenten im Rattern der Welt geworden sind.

Mein früheres Stilmittel der Materialintention bei den Plastiken z.B. bei der Verwendung von Holz und Metall innerhalb einer Plastik möchte wieder anwenden. Holz wird weiterhin für lebende, organische, gewachsene Materie stehen und Metall für Gegenteiliges. Technisch sollen in dieser Werkgruppe Aluminiumgüsse, Druckverfahren und Collagen meine Ausdruckspalette erweitern.

Bleiben Sie gespannt auf die neuen Arbeiten, denn auf dieser Seite sollen zunächst nur einige Abbildungen gezeigt werden. "] Vielen Dank für Ihr Interesse – ossada Januar 2011


Blatt 6
Gips, Höhe 380mm, 2012

Blatt 7
Gips, Höhe 390mm, 2012

 

     

Blätter
Aluminiumguss, Porphyrstein, Gussgrößen bis 450mm, 2012

 

     

 

ankern
Installation auf dem Weingut Hey Naumburg, 2011

 
     

 

Anker ohne Kette
Stahl verzinkt, lackiert, Kantenlänge 1000-1130mm, 2011

 


 

Erinnerung an eine Utopie
Aluminium auf Eiche, 1300mm Breite, 2011

 
     

 

O Radio O
Birnenholz, Aluminium-und Kupferdraht, Höhe 600mm, 2012

 
     

 

rattern 1
Holz, Papier, Metall, Drucke, gerahmt 500x500mm, 2011