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"Bundich"

Ein ironischer Tagebuch-Monolog um den Konflikt aus asiatischer Philosophie, westlicher Konsumgesellschaft, hirnlosen Provinznazis und nervigen Frauengeschichten. Vanillepudding mit Tabascosoße zwischen dem Ideal-Typen im Schneidersitz und dem anonymen Alltags-Ich auf der Suche nach ungespaltener Harmonie.

Prosabüchlein, Format 190x125mm, 60 Seiten auf 80gr/qm elfenbeinfarbigen Papier, Heftbindung, Softcover farbig und laminiert, ISBN 978-3-940074-08-9

 

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Stadtstreicher Chemnitz 2008

 

Reisetagebuch eines Suchenden

Wie findet man einen Weg, den man nicht kennt und für den es weder Karte noch Navigationssystem gibt, weil er mit jedem Schritt, jeder Minute des eigenen Lebens erst entsteht?

Ossada sucht im Vorwärtsgehen nach eben diesem, seinem Weg. Glücklicherweise geht er nicht mit den Augen am Boden, sondern beobachtet minutiös Land und Leute um sich her und letztlich auch sich selbst. Allerdings gibt er sich mit dem Blick auf den Alltag längst nicht zufrieden. Da muss mehr sein- außen und innen. Messerscharfe Beobachtung seiner Umwelt, angefangen von deutscher Arbeits- und Konsumwut über Spießerturn bis hin zu nationalsozialistischen Auswüchsen in seiner sächsischen Kleinstadt, zeichnet den Ich-Erzähler hier aus. Aber dabei bleibt es nicht. Veränderungswille ist ständig und überall sichtbar. Manchmal Energie geladen, dann wieder zäh und mühsam, beinahe verzweifelt. Immer ein wenig ironisch, aber nie böse, manchmal ein wenig deprimiert, aber nie traurig führt der Autor den Leser durch seine Lebenslandschaft. Er lässt ihn als Wegbegleiter zu, dem es freisteht zu lernen oder zu beurteilen, zu bleiben oder zu gehen. Sich selbst schafft er einen ebensolchen "Bundich", einen Ideal-Gefährten, ein ruhiges, verbindliches Zweit-Ich, das im oft komplizierten Lebenswirrwarr aus philosophischem Gestaltungswillen, harter Kopf- und Handarbeit und Beziehungsstress Gelassenheit bewahrt, Selbstzweifel ausgleicht und dadurch körperliches und geistiges Vorwärtskommen ermöglicht. Die Bildreiche Sprache erlaubt es dem Leser, Fuß zu fassen in den Ansichten des Autors, sein "Wachsen im Gehen" zu begleiten, Gefühle zu erfühlen und Gedanken mit zu denken. Am Ende des Buches hat man, wie am Anfang, das Bedürfnis weiter zu lesen, mit zu erleben, wie Ossada und "Bundich" sich annähern. Da es ein "Tage-Buch" ist, bleibt die Hoffnung auf eine Fortsetzung, denn die Reise geht weiter und weiter und weiter.

Maren Ruden, Ludwigsfelde 2008

 

Am Anfang war die Tat

War das erste Buch "Der Rebell und das Jetzt" des Mittweidaer Künstlers Ossada noch stark von Rebellion gegen die Konventionen geprägt, ist er nun ganz im künstlerischen Alltag angekommen. Mit einem Bündel an Fragen im Gepäck begibt er sich hier auf die Suche. Er hält Ausschau nach dem Wesen Mensch und sucht einen Schlüssel zum Verständnis dessen zu finden. Dabei ist ihm alles gleich wichtig und er hütet sich, allzu schnelle Urteile zu fällen. Ossada ist im Grunde seines Herzens ein Idealist, und um die Welt um ihn herum zu verstehen, schafft er sich ein imaginäres Alltags-Ich, "Bundich". Dieses "Buddha und Ich" hilft ihm beim Verständnis der im Buch aufgeworfenen Fragen: wie hältst du's mit Provinznazis, deutschem Konsumverhalten und Frauen? Und schnell wird klar: dieses Buch dient dazu, Erlebnisse zu reflektieren, zu verarbeiten und dann in eine eigene Philosophie zu transformieren. Das Buch endet mit der Feststellung, daß EIN Weltbild nicht exisitert. Diese Erkenntnis, daß sich die Welt nicht in Schneekuppeln zwängen läßt, sondern wie bei Dostojewskij immer polyphon ist, beschließt ein schönes Büchlein eines vitalen Künstlers.

Patrick Müller, Frankenberg 2008

 

Dort wo Ossadas „Der Rebell und das Jetzt“ aufhört, knüpft „Bundich“ an, um in teils zynischer, teils melancholischer, immer aber humorvoller Sprache zu zeigen, was Philosophie auch sein kann: Unterhaltung. Und die aufgegriffenen Themen könnten nicht mehr dem Alltag entstammen. Es geht um Geduld und Duldsamkeit, Weltverbesserungen, Arbeit, Nazis und Freiheit. Was wäre ein Tagebuch aber ohne einen Konflikt zwischen Mann und Frau? Und was hat Buddha damit zu tun? All das und einiges mehr klärt Ossadas neues Werk „Bundich“. Hier ein Auszug aus „Bundich“: „Am Anfang fesselt irgendetwas Schlaues die Leser und führt sie in ein neues Buch ein. Aber ich darf ja sowieso nicht schon wieder ein Buch schreiben, wenn ich mich an die Ratschläge meiner Ex-Freundin halte. Dora meinte ich sauge mich aus. Sie dagegen kommt mit den 80 Überstunden im Monat gut zurecht. Schließlich will sie etwas für später schaffen und ihren Kindern mal was bieten können. Zeit und Gesundheit waren da sicherlich nicht gemeint. Ohnehin scheide ich für diesen Teil aus, da ich nicht gerade die Vorstellungen einer nachwuchsorientierten Karrierefrau in Hinblick auf opferbereiter Strebsamkeit und materieller Potenz, sprich Vermögen, befriedigen kann. […]“, Ossada, 2008, S. 3

Sascha Schnabel, Inh. Verlag new-art-edition.com 2008